Fachstelle Antidiskriminierung & Diversity Saar

Salafismus im Saarland – Situation, Hintergründe, Handlungsstrategien

Projektbeschreibung

Radikale Ausprägungen im Islam werden in den letzten Jahren wahrnehmbarer und öffentlich diskutiert. Besonders im Bereich der Jugendarbeit und Bildung stehen Fragen der Prävention von und Intervention bei Radikalisierungstendenzen junger Muslim_innen auf der Tagesordnung. Dabei sind die Kenntnisse über Hintergründe, tatsächliche Zahlen und Ausprägungen des muslimisch begründeten Extremismus gering und wenig durch Faktenwissen unterfüttert. Auch werden diese Phänomene häufig sehr spezifisch monokausal aus dem Islam heraus begründet und nicht in den Zusammenhang von Radikalisierungstendenzen und –prozessen im Jugendalter generell sowie der gesellschaftlichen Verortung des Islams / der Muslim_innen im Rahmen der Integrationsdebatte gestellt. Dementsprechend sind auch Präventions- und Deradikalisierungsansätze, die den komplexen Ursachen islamischer Radikalisierungstendenzen gerecht werden, noch wenig vorhanden.

Im Projekt soll es darum gehen, die konkrete Situation im Saarland zu beleuchten, komplexe Hintergründe und Zusammenhänge darzustellen und gemeinsam mit relevanten saarländischen Akteur_innen geeignete Interventions- bzw. Präventionsstrategien für das Saarland zu entwickeln.

Das Projekt zielt zudem auf die Verstetigung der angestrebten thematischen Vernetzungsstrukturen ab. Diese könnte durch die Etablierung  einer Vernetzungsstelle erreicht werden, die ab 2016 die zukünftige thematische Zusammenarbeit der beteiligten Akteur_innen sicherstellen würde.

Aktivitäten:

I.  Expertise zu Radikalisierungstendenzen von Muslim_innen im Saarland

Auf Basis vorhandenen Datenmaterials und der wissenschaftlichen Diskussion zu muslimisch begründeten Radikalisierungstendenzen wird eine Bestandaufnahme erstellt, die 1. aufzeigt, ob und wo islamistische/salafistische Strömungen im Saarland existieren und 2. Ursachen, Prozesse, Hintergründe und Milieus dieser Radikalisierungen darstellt aber auch weiteren Forschungsbedarf identifiziert.

II.  Identifikation von Handlungsfeldern und Erarbeitung von mittel- und langfristigen Handlungsstrategien

Zur Erarbeitung zielführender Strategien der Prävention und Deradikalisierung ist ein Zusammenwirken unterschiedlicher Kompetenzen und Handlungsfelder unerlässlich. Aus diesem Grund werden in einem zweiten Schritt in einem Workshop / einer Veranstaltung mit relevanten Akteur_innen aus Pädagogik,muslimischen Verbänden, öffentlichen Verwaltungen, Polizei, freien Trägern, Zivilgesellschaft… auf Basis der Expertise Empfehlungen und Handlungsstrategien für das Saarland entwickelt. Diese werden dokumentiert aufbereitet und der saarländischen Landesregierung vorgestellt. Damit verbunden wird auch ein Konzept für die Sicherstellung der zukünftigen thematischen Zusammenarbeit z.B. durch die Etablierung einer Vernetzungsstelle erstellt.

Das Projekt hat eine Laufzeit von drei Monaten (Oktober-Dezember 2015) und wird gefördert durch das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Saarlandes als Maßnahme des Demokratiezentrums gegen gewaltbereiten Islamismus im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben“ im Förderbereich „Förderung von Demokratiezentren zur landesweiten Koordinierung und Vernetzung sowie von Mobiler, Opfer- und Ausstiegsberatung.

 

Das Projekt „Salafismus im Saarland – Situation, Hintergründe, Handlungsstrategien“ wird

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Aktuelles

Fortbildungsreihe
Fachkraft für differenzsensible frühe Pädagogik

Im Oktober 2016 startet der zweite Durchgang unserer Fortbildung. Alle weiteren Informationen finden Sie hier in der Ausschreibung:
Fachkraft für differenzsensible frühe Pädagogik

Kontakt

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Saaruferstr. 16

66117 Saarbrücken

Fon: 0681 5867 492

E-Mail: fads@gim-htw.de